Liebe Patientinnen und Patienten,

heute schreibe ich Ihnen aus der häuslichen Quarantäne, in welcher ich mich seit Donnerstagabend befinde. Wie schnell sich unser liebgewonnener Alltag doch ändern kann, zeigt uns der gegenwärtige Ausnahmezustand.

 

Ischgl – Skiurlaub mit unerwarteten Folgen

Am Sonntag, den 1. März – also vor gut zweieinhalb Wochen – fuhr ich mit einem guten Freund für sieben Tage nach Ischgl in den Skiurlaub. Inzwischen mehren sich die Medienberichte, die diesen Ort als „Drehscheibe“ der europäischen Corona-Virus-Pandemie beschreiben. Während meines Urlaubs sprach noch keiner davon, dass diese Region risikobehaftet sei.

Umso besorgter war ich, als ich am Dienstag nach meiner Rückkehr (10. März) las, dass sich offenbar eine Gruppe von Isländern in Ischgl infiziert habe. Man beachte, dass die österreichischen Behörden zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht reagiert hatten. Erst ab dem 14. März beendete man die Saison. Ein zögerliches Verhalten, das mir unverständlich ist.

 

Die ersten Anzeichen

Mittwochabend stellten sich schließlich leichte Erkältungssymptome ein und ich fühlte mich am Donnerstag auch schlapp. Unter normalen Umständen hätte ich ganz normal weitergearbeitet. Stattdessen kontaktierte ich das Gesundheitsamt und erbat einen Corona-Test – wohlgemerkt mit Nachdruck. Schließlich hatte ich kein Fieber und Ischgl galt zudem nicht als Risikogebiet.

 

Quarantäne – der richtige Weg, um die Pandemie noch einzudämmen

Am Freitag erreichte mich mein positives Testergebnis. Daraufhin wurde das Praxis-Team getestet und ebenso vorsorglich unter Quarantäne gesetzt. Seit Montag wissen wir, dass zumindest diese Tests negativ waren – das ließ mich aufatmen.

In Absprache mit dem Gesundheitsamt riefen wir am Samstag die Patienten an, die noch von mir behandelt wurden. Wen wir nicht erreichten, wurde direkt vom Amt kontaktiert.

Liebe Patientinnen und Patienten, mir ist bewusst, dass die vorsorgliche Quarantäne auch für Sie einen Einschnitt darstellt. Zwei Wochen zu Hause zu bleiben, unterbricht den gewohnten Alltag. Dennoch bitte auch ich Sie ganz persönlich, sich an diese Vorgaben zu halten. Es ist der richtige Weg und absolut notwendig, um diese Pandemie noch einzudämmen.

 

Dank an das Gesundheitsamt Lahn-Dill

Abschließend möchte ich mich beim Gesundheitsamt Lahn-Dill bedanken. Die diensthabenden Mitarbeiter rufen täglich an, um sich nach meinem Zustand zu erkundigen. Ich versichere Ihnen, dass die Menschen vor Ort ihr Mögliches tun, um mit der Lage besonnen umzugehen.

 

Freundliche Grüße und alles Gute für Sie

 

Dr. Daniel Gerlach